Lifehacks: Die 10 besten Leser-Tipps rund ums Auswintern | YACHT

2023-03-15 17:04:55 By : Mr. Wellcare Alex

Der Saisonstart nähert sich, und im Winterlager wird es so langsam immer geschäftiger. Diese zehn Lifehacks unserer Leser erleichtern und verbessern die Bootsarbeit beim Auswintern

Damit unser Antifouling durch den jährlichen Anstrich keine zu große Schichtstärke aufbaut und dann vom Rumpf blättert, schleifen wir das Unterwasserschiff jedes Jahr ab. Diese Arbeit unter dem Rumpf geht schnell in den Rücken, da schon das Hochhalten des Schleifgeräts anstrengend ist, ganz zu schweigen von der Kraft, die es bereits kostet, schon leichten Druck mit dem Schleifteller auszuüben. Darum haben wir uns eine Hilfsvorrichtung aus einer Teleskopstütze aus dem Baumarkt, zwei Metallwinkeln und einem Kantholz gefertigt. Der Schleifer wird mit den Winkeln am Ende des Holzes befestigt, knapp dahinter wird die Stütze von unten gegengeschraubt. Dann wird die Stütze unter dem Schiff auf die passende Länge ein­gestellt, sodass der Schleifteller das Antifouling berührt. Mit einer Hand wird die Stütze geführt, mit der zweiten kann am anderen Ende der Holzlatte durch leichtes Herabdrücken der Druck zwischen Schleifpapier und Unterwasserschiff variiert werden.

Wenn im Baum etwas zu klarieren ist – in unserem Fall war das die dort laufende Übersetzung des Unterliekstreckers –, benötigt man in der dunklen Röhre möglichst auf der ganzen Länge ein nicht zu starkes, gleichmäßiges Licht. Taschenlampen-Licht durch seitliche Öffnungen empfiehlt sich dazu ebenso wenig wie eine Lampe am anderen Ende, durch die man nur geblendet wird.

Sehr viel besser eignet sich beispielsweise eine Weihnachts-Lichterkette mit möglichst kleinen, gelb leuchtenden LEDs. Diese wird mit einem leichten, runden Gewicht versehen (wir haben zwei kleine Karabinerhaken verwendet) und vorsichtig in das schräg abwärts weisende Baumprofil geschüttelt. Anhand der regelmäßig angeordneten Lämpchen kann man auch die Lage der Wuhling vom Ende recht genau abschätzen, was beispielsweise für das Anfertigen neuer Leinen hilfreich ist. Die Lichterkette eignet sich natürlich auch für das Ausleuchten anderer Reparaturstellen.

Marion und Stefan Sprickmann, per E-Mail

Unser Jollenkreuzer aus Mahagoni braucht im Winter regelmäßig eine neue Lackschicht. Beim Aufrollen wird meistens zu viel Lack aufgetragen, und es kommt schnell zu unschönen Läufern oder Orangenhaut. Um das zu vermeiden und eine schön glatte Lackoberfläche herzustellen, verschlichten wir direkt nach dem Aufrollen. Dazu streichen wir einfach mit einem Schaumpinsel die Farbe glatt, gleichzeitig nimmt der Schaum überflüssigen Lack auf.

Da allein das Laufdeck schon eine recht große Fläche hat, ist der Schaumpinsel schnell komplett vollgesogen. Um den Lack aus dem Pinsel zu drücken, haben wir eine alte Lackierrolle vom Fell befreit, sodass nur noch eine Papprolle übrig ist. Damit kann ganz einfach und ohne sich die Finger klebrig zu machen der Schaumpinsel auf der Farbwanne ausgerollt werden. Danach nimmt er wieder überschüssige Farbe auf, sodass das Verschlichten fortgesetzt werden kann.

Günter Hansen, per E-Mail

Bei der mühevollen „Überkopfarbeit“ im Mitt­schiffs­bereich führen wir den Schwingschleifer, ohne sein Eigengewicht stemmen zu müssen. Dazu werden zwei Leinen in Längsrichtung am Rumpf entlang gespannt, und zur Aufnahme der Leinen wird ein Hilfsrahmen aus Holz mit vier Schraub­ösen an den Schleifer geklemmt. Die Leinen werden durch die Ösen gefädelt, dichtgeholt und halten den Schleifer am Rumpf. Zum Arbeiten kann die Maschine nun in Längsrichtung hin und her bewegt werden. Quer zum Schiff sind etwa 50 Zentimeter Weg möglich, bevor die Leinen angepasst werden müssen.

Das Problem bei der Überholung von Holzmasten unter freiem Himmel ist das Wetter: Ist der alte Lack erst einmal ab, darf keine direkte Feuchtigkeit mehr an das Holz gelangen. Ebenso sollte mehrere Stunden nach dem Lackieren kein Regen auf den Überzug fallen. Bei mindestens acht Lackschichten auf frischem Holz ist das ein Problem, denn die Genauigkeit des Wetterberichtes ist über einen solchen Zeitraum nicht ausreichend. Außerdem sammelt sich morgens Tau auf der Beschichtung. Eigentlich sollte also in der Bootshalle lackiert werden. Wenn diese jedoch nicht direkt um die Ecke liegt, kann die Anfahrt für nur einmal Lackieren sehr aufwändig sein. Um unseren Holzmast ohne viel Fahrerei bei uns im Garten überholen zu können, haben wir aus einem alten Pavillon einen Unterstand gebastelt. Die rechtwinkligen Seitenteile dienen als Dachgerüst und wurden mit Kabelbindern verbunden, die Querstreben des Pavillons werden zu Stützen. Eine Baumarkt-PVC-Folie, einfach mit Tape befestigt, dient als Dach. Ein Standard-Pavillon ergibt so acht Meter Abdeckung.

An unserem Pump-WC waren ein paar Wartungsarbeiten nötig, Dichtungen und Rückschlagventil mussten ausgetauscht werden. Dazu haben wir die ganze Pumpe auseinandergebaut. Dabei musste die Pumpenstange mit der Rohrzange gehalten werden, wobei die Gefahr besteht, mit den Greifbacken der Zange Kerben in der Metalloberfläche zu hinterlassen. Diese wären dann nicht nur ein optischer Makel, sondern würden auch beim Pumpen die Dichtung zerstören. Damit wäre die ganze Arbeit umsonst. Der Hersteller empfahl zur Vermeidung von Kratzern, Klebeband um die Zange zu wickeln. Damit sich die Struktur der Greifbacken aber nicht durchdrückt, muss man jedoch schon sehr viel Klebeband aufwenden. Außerdem muss dieses während der Wartungsarbeiten mehrmals entfernt und wieder erneuert werden. Um nicht so viel Klebeband zu verschwenden und auch den Prozess etwas zu beschleunigen, haben wir uns eine andere Möglichkeit ausgedacht: Um die Zange etwas zu zähmen, haben wir von einem alten Wasserschlauch zwei etwa fünf Zentimeter lange Stücke abgeschnitten. Diese können dann über die Greifbacken der Zange gesteckt werden und schützen so vor Kratzern. Die recht weiche Kunststoffoberfläche bietet zudem guten Halt – ideal also, um ein Werkstück gut und sicher zu fixieren, ohne Spuren zu hinterlassen.

Manchmal müssen an Bord Schrauben an schwer zugänglichen Stellen demontiert werden, wo zwar der Schraubendreher noch hineinpasst, aber die Finger nicht mehr. Spätestens, wenn die Schraube wieder an Ort und Stelle platziert werden soll, wird es schwierig, besonders beim Arbeiten über Kopf.

Wir haben in solchen Fällen mit einem speziellen Hilfsmittel, das eigentlich zum Entfernen von Zecken gedacht ist, gute Erfahrungen gemacht. Per Zeckenzange mit Schlinge wird die Schraube in Position gehalten, dank der schmalen Form des Hilfsmittels ist damit auch die Montage in für die Finger unzugänglichen Ecken kein Problem. Sobald die Schraube mit ein paar Drehungen festgezogen ist, kann die Schlinge geöffnet und über den Schraubenkopf auf den Schraubendreher gezogen werden – so wird die Schlinge nicht mit festgeschraubt. Ist die Schraube fest, wird die Kunststoffschlinge vom Schraubendreher abgestreift. Die Zeckenzange ist für unter 10 Euro im Online-Handel erhältlich.

Peter Knüppel, Köln

Um beim Slippen keine böse Über­raschung zu erleben, verwenden wir die Gummiglocke eines Saugstabs („Pümpel“), wie er zur Abflussreinigung eingesetzt wird. Diese wird in der Mitte durchbohrt und auf die Spritze eines Gartenschlauchs gesteckt. Nun wird der Saugnapf von außen auf den Borddurchlass gedrückt und das Wasser aufgedreht. Selbst wenn die Glocke nicht ganz mit dem Rumpf abschließt, reicht der Wasserdruck aus, um Leckagen sichtbar zu machen.

Die meisten Yachteigner schützen ihr Unterwasserschiff jede Saison aufs Neue mit einer frischen Schicht Antifouling vor störendem Bewuchs. Wir hatten in der Vergangenheit das Problem, dass im Lauf der Saison einige Borddurchlässe zuwuchsen. Was etwa beim Zulauf zum WC nur ärgerlich ist, kann bei der Kühlwasserleitung zum Ausfall der Maschine führen und möglicherweise teure Reparaturen nach sich ziehen. Deswegen werden bei uns jetzt auch die Borddurchlässe gründlich mit Bewuchsschutz versehen. Dazu verwenden wir ein Stück Gewindestange (ein langer Schraubendreher oder ein Pinselstiel gehen auch) und Stücke eines festen Baumwolltuchs. Aus dem Tuch werden zwei bis drei Quadrate ausgeschnitten, ihre Kantenlänge sollte etwas größer sein als der Durchmesser des Rohrs. Dann stechen wir mittig in die Tuchstücke ein Loch und stecken sie auf die Gewindestange. Mit diesem Hilfsmittel lässt sich das Antifouling sehr gut im Borddurchlass verteilen.

Beim Lackieren verwenden wir oft diverse Pinsel und müssen über mehrere Tage hinweg mehrere Schichten auftragen. Um die Pinsel dabei nicht aufwändig reinigen zu müssen, stecken wir sie in ein Einmachglas mit Terpentinersatz und stülpen einen Einweghandschuh drüber. Dadurch ist das Glas luftdicht verschlossen, die Pinsel trocknen nicht ein und sind sofort einsatzbereit. Über die Lackdosen ziehen wir nach dem Verschließen ebenfalls Einweghandschuhe. Erfahrungsgemäß trocknen sie dann nicht so schnell ein.

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